Kooperative für Darstellungspolitik
Die Kooperative
für Darstellungspolitik
forscht zur Repräsentation
politischer und
kultureller Anliegen
in der Öffentlichkeit.

bauhaus imaginista
Haus der Kulturen der Welt, Berlin
15.03.-10.06.2019

bauhaus imaginista widmet sich dem Transfer von Wissen durch die Migration von Studierenden und Lehrenden, aber auch der Interpretation, Aneignung und Imagination unterschiedlichster Bauhaus-Konzepte in China, Nordkorea, Indien, der Sowjetunion, Japan, Brasilien, Großbritannien, Nigeria, Marokko und den USA. Diese wurden übersetzt, umgeschrieben abgelehnt. Das Bauhaus brach 1919 aber auch radikal mit der klassisch-akademischen Kunstausbildung und der Trennung von bildender und angewandter Kunst. Dieses Anliegen wurde in anderen Teilen der Welt im Laufe des 20. Jahrhunderts ebenso dringlich, wo das Erbe des europäischen Kolonialismus Intellektuelle und Künstler*innen herausforderte, die Opposition von Kunst und Handwerk zu überwinden und die Kunstausbildung zu dekolonisieren.

Die mehrjährigen Recherchen, die bauhaus imaginista 2016 bis 2019 in Zusammenarbeit mit internationalen Forscher*innen und Kulturproduzent*innen aus Brasilien, China, Großbritannien, Indien, Japan, Marokko, Nigeria, Russland und den USA zusammentragen konnte, zeigen, in welchem Maß und unter welchen lokalen Bedingungen neue Gestaltungsideen und die Bauhauspädagogik aufgegriffen und weiterentwickelt wurden. Damit eröffnet das Projekt eine Perspektive auf eine transnationale Geschichte modernistischer Designpolitik, die geprägt ist von Kriegen und Diktaturen, bündnisfreier Weltpolitik und Kaltem Krieg, von Unabhängigkeitsbewegungen und uneingeschränkten Modernisierungsversprechen.